Die Georg-Scherer-Halle war noch einmal voll besetzt, aber für eine Überraschung hat es dennoch nicht gereicht: die ASV Volleys unterlagen im letzten Heimspiel der Saison den WWK Volleys Herrsching mit 0:3 (22:25, 19:25, 26:28).
Bereits am Tag zuvor hatten die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen auch den letzten Optimisten im Dachauer Lager die Hoffnung auf die Playoffs genommen. Durch den 3:2-Erfolg der Brandenburger gegen Bitterfeld-Wolfen war auch rechnerisch klar, dass Dachau nur noch einmal vor eigenem Publikum zu sehen sein wird und das Viertelfinale endgültig ein Traum bleibt. Der sportliche Druck war also komplett raus, es ging um einen versöhnlichen Heim-Abschluss einer komplizierten Saison.
Und das versuchten die Männer von Coach Patrick Steuerwald auch zu erreichen. "Wir haben uns wieder viele gute Chancen erarbeitet. Heute sind wir aber auch aus guten Situationen vor allem in den ersten zweiten Sätzen kaum gegen den Herrschinger Block angekommen", so der Trainer in seinem Fazit. Und die Statistik gab ihm in dieser Einschätzung auch recht: von den Hauptangreifer kam nur Tobias Besenböck auf eine Quote von über 40 Prozent, was gegen ein Top-Team wie Herrsching am Ende schlicht zu wenig ist.
"Herrsching hat auch kein herausragendes Spiel gemacht, hat am Ende aber mit der größeren Klasse und vor allem Konstanz einen sicheren Sieg geholt", so Steuerwald. Für die WWK Volleys, gecoacht von Geschäftsführer Max Hauser, der den erkrankten Bob Ranner ersetzt hat, war der Sieg viel wert: mit nun 50 Punkten ist das Team von Ammersee nicht mehr von Platz vier zu verdrängen und hat im Playoff-Viertelfinale das Heimrecht auf seiner Seite. Theoretisch ist mit etwas Glück am letzten Spieltag sogar noch der Sprung auf Rang drei möglich.
Der tabellarische Unterschied zwischen den beiden Teams spiegelte sich aber nicht über den gesamten Spielverlauf. Im ersten Satz spielte Dachau auf Augenhöhe mit, musste erst beim 21:23 entscheidend abreißen lassen und hatte mit dem zweiten Herrschinger Satzball das Nachsehen. Anders im zweiten Durchgang, in dem sich die Gäste früh entscheidend absetzten und sich auch vier vergebene Satzbälle leisten konnten.
Satz drei schien dann ebenfalls klar und schnell zu Ende zu gehen, Herrsching führte mit bis zu neun Punkten (7:16). Steuerwald wechselte seine kompletten Angreifer durch und hauchte dem Team damit nochmal Mut ein. Bei 19:20 war Dachau wieder auf einen Punkt dran, wehrte den ersten Matchball zum 24:24 ab. Herrsching brauchte drei weitere Matchbälle, um das Spiel schließlich zu beenden. "Auch da ist es am Ende wieder ein unnötiger Eigenfehler, der Herrsching den entscheidenden Punkt ermöglicht. Unnötig, aber für unsere Saison eben auch sinnbildlich", so Steuerwald enttäuscht über die vergebene Chance seines Teams.
Positives gab es aber im Rahmen des Spiels für die kommende Saison zu berichten. Das Team der ASV Volleys um Abteilungsleiter Denis Werner haben mit JAKO und SRS Textilservice aus Dachau die neuen Ausrüstungs-Partner für die kommende Saison vorgestellt. "Wir sind froh mit Jako künftig einen leistungsstarken und traditionsreichen Ausrüster an unserer Seite zu wissen, der zusammen mit dem SRS Textilservice aus Dachau auch unseren lokalen Gedanken stärkt", so Werner bei der Vorstellung der neuen Partnerschaft, die nicht nur für das Bundesliga-Team, sondern die gesamte Volleyball-Abteilung des ASV gilt.
Foto: Herrschings Block war zwölf Mal Endstation für Dachaus Angreifer, hier Fabian Bergmoser. (Fotograf: Birgit Herzum)